Mehringdamm 6110961 BerlinÖffnungszeiten:tägl. außer Di14 bis 18 UhrSa bis 19 Uhr
Propststraße 11NikolaiviertelDienstag bis Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr1.April bis 31. Oktober - täglich 11.00 bis 19.00 Uhr
Hultschiner Damm 333, 12623 Berlin Öffnungszeiten des Museums: Mittwoch und Sonntag 10-18 Uhr Führungen auch nach Vereinbarung
Fashion talks, nicht nur am Einlaß zum KitKatClub sondern generell im Leben. Schon seit letztem Oktober und nur noch bis Ende Februar geht eine Ausstellung im Museum für Kommunikation Berlin dem innigen Zusammenhang von Mode, seelischem Habitus und sozialer Identität näher auf den Grund:"Bundfaltenhose oder zerschlissene Jeans, High Heels oder Flip Flops – mit der Überlegung „Was ziehe ich an?" stellen wir uns Tag für Tag zugleich die Frage „Wer möchte ich sein?". Denn noch bevor wir etwas sagen, hat unsere Kleidung schon für, über und vielleicht auch gegen uns gesprochen. Die Ausstellung FASHION TALKS beleuchtet den individuellen und kollektiven Umgang mit Mode sowie die Botschaften, die wir mit unserem Outfit transportieren.Wer bestimmt was „in" oder „out" ist? Wozu gibt es Uniformen? Was ist ein Emo? Welche Stylecodes gelten in Jugendszenen? Ob Karos, Abzeichen, Streetwear oder Tarnlook: auf rund 450 Quadratmetern nimmt die Schau alte und neue Modetrends genauer unter die Lupe." (Ausstellungstext)Die Ausstellung demonstriert dabei u.a. anhand der Herstellung und Verarbeitung einer Jeans, wie sich unterschiedliche Schnittmuster in soziale Codes verwandeln, sie erläutert Vermarktungsstrategien von Modekonzernen und Designern, wirft einen Blick in die Zukunft und präsentiert im monatlichen Wechsel die Arbeiten von jungen Modemachern, lässt die Besucher in verschiedenen Abteilungen selbst aktiv werden und veranschaulicht generell die tiefere Beziehung zwischen der Mode und dem allgemeinen Zeitgeschehen.Leipziger Str. 16, 10117 Berlin. Di 9-20 Uhr, Mi-Fr 9-17 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr. Eintritt 3,00 Euro, ermässigt 1,50.
Der Arzt Magnus Hirschfeld (1868-1935) war einer der wichtigsten Sexualwissenschaftler aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Schon 1897 gründete er das "Wissenschaftlich-humanitäre Komittee" (WhK) in Berlin-Charlottenburg, das u.a. gegen den Paragraf 175 kämpfte und weltweit als die erste Organisation gilt, die sich gegen sexuelle Diskriminierung einsetzte. Sein 1919 eröffnetes Berliner Institut für Sexualwissenschaft, das sich ungefähr an der heutigen Stelle des Hauses der Kulturen der Welt befand, wurde dementsprechend zu einem führenden Zentrum auf dem Gebiet der Sexualforschung und der Sexualberatung. Hirschfelds Bücher und wissenschaftliche Untersuchungen markieren nicht nur einen frühen Meilenstein der Homosexuellenbewegung, er wandte sich in seinen Theorien insbesondere auch gegen den konventionellen Geschlechterdualismus, in dem er vielfältige Zwischenstufen, Sonder-, Misch- und Übergangsformen zwischen Mann und Frau postulierte, womit er die Vielfalt der sexuellen Lebensentwürfe der Gegenwart vorwegnahm. Mit seinem Namen verbindet sich außerdem die gerade gegründete "Bundesstiftung Magnus Hirschfeld", die sich der Erforschung der queeren Geschichte und Lebenswelten verschrieben hat.Das Schwule Museum Berlin erinnert nun an den von den Nationalsozialisten vertriebenen jüdischen Pionier der Sexualwissenschaft und präsentiert seit dem 6. Dezember in den Räumen der Dauerausstellung Bücher, Dokumente und weitere Objekte aus dem Leben Magnus Hirschfelds wie z.B. Fotos aus Indien, Geschirr aus Berlin, ein Reisepass aus dem Jahr 1928 und vieles andere mehr:"Die Ausstellung zeigt beispielhaft Stücke aus drei größeren Konvoluten, die die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren geschenkt erhielt bzw. erwerben konnte: Der erste Teil stammt aus dem Nachlass von Li Shiu Tong (1907–1993), Hirschfelds letztem Freund. (...) Das zweite Konvolut stammt aus dem Nachlass von Ernst Maass (1914–1975), einem Großneffen Hirschfelds. (...) Einen dritten Schwerpunkt der Ausstellung bilden Gegenstände aus dem Besitz von Adelheid Schulz (1909–2008). Frau Schulz war von 1928 bis 1933 in der Hauswirtschaft des Instituts für Sexualwissenschaft tätig und bei dessen Plünderung am 6. Mai 1933 zugegen. Sie hat aus der Zeit ihrer Tätigkeit im Institut viele Briefe und Fotos bewahrt und auch einige Geschirrteile vor dem Zugriff der Nazis retten können." (Ausstellungstext)Mehringdamm 61, 10961 Berlin. Täglich 14-18 Uhr, Sa bis 19 Uhr, Di geschlossen. Eintritt 5,00 Euro, ermässigt 3,00.
"Früher suchten sich die Liebespaare vor der Trennung einen Stern, an dem sich Abends ihre Blicke treffen konnten. Was sollen wir uns suchen? – Den Himmel wenigstens können sie uns nicht zerteilen. – Doch. Der Himmel teilt sich zu allererst." So geht der titelgebende Dialog zwischen den beiden Protagonisten in Christa Wolfs berühmtem Roman von 1963 'Der geteilte Himmel' über ein Liebespaar im Spannungsfeld von Kaltem Krieg, Mauerbau und deutscher Teilung. Die Spannungen, die Konflikte und Trennungen, ereignen sich immer zuerst auf dem Feld der höchsten Ideale, im Geist und in den Herzen der Menschen, bevor sie sich in den Niederungen der Politik und des Alltags zeigen. Und so war auch die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten lange schon in den Köpfen und Seelen der Menschen errichtet, bevor sie sich als materielles Gebilde aus Mauer und Stacheldraht manifestieren konnte...Der Himmel teilte sich nach 1945 auch auf dem Gebiet der künstlerischen Ideale und daher wählte die Neue Nationalgalerie Christa Wolfs Romantitel als Überschrift zu Teil 2 ihrer umfassenden Präsentation zur Kunst des 20. Jahrhunderts aus ihren gesammelten Beständen. Ging es in Teil 1 'Moderne Zeiten' noch um Werke aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts, so sind nun Bilder, Skulpturen und Installationen aus dem Zeitraum von 1945 bis 1968 zu sehen:"Unter dem Titel "Der geteilte Himmel" stellt die Neue Nationalgalerie die Hauptpositionen dieser Epoche vor. Dabei geht der Blick über alle Grenzen hinweg und richtet sich auf übergreifende Kunstideen. Im Mittelpunkt des "geteilten Himmels" stehen die internationalen Diskrepanzen: das Nebeneinander der Stile und Künste, die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen." (Ausstellungstext)Formal und ästhetisch unterscheiden sich Ost und West dabei insbesondere im unterschiedlichen Stellenwert, den die Künstler und Kunstfunktionäre der Figuration und der Abstraktion beimassen. Während die offizielle Kunstdoktrin im Osten den sozialistischen Realismus feierte, wurden im Westen abstraktere Richtungen wie z.B. die Pop Art zu Symbolen der Freiheit erhoben.Nachtrag: Christa Wolf ist am 1. Dezember 2011 nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren verstorben.Potsdamer Str. 50, 10785 Berlin. Di-So 10-18 Uhr, Do bis 22 Uhr. Eintritt 8,00 Euro, ermässigt 4,00.
Lesezeichen setzen (Bookmarken) bei...
Netzware von Andreas Wittich