Am Samstag den 6. März 2010, ab 22 Uhr, feiert der Club seinen 16. Geburtstag! Mit Buffet, Tanzshow, Special-Deko und feierwütigen DJ's: "Do what you want - but stay in communication!"
Ein Interview mit Kirsten und Thaur zur jüngeren Geschichte und Entwicklung des Clubs liest man in der aktuellen Ausgabe des Berliner Stadtmagazins 030: "Die tun nichts. Die wollen nur spielen!"
"Als wir 1994 die Chance erhielten in der damaligen Turbine eine eigene Partyreihe zu starten, versuchten wir eine Symbiose aus Techno-Event & tabulosem Fetish-Club ins Leben zu rufen, weil diese beiden, bis dahin getrennten Szenen, schon damals unseren Interessen entsprachen.(...)" Mehr über die Ursprünge und die ersten 10 Jahre des KitKatClubs: Klick den Link!
"As we got the chance to do our own series of parties in 1994 at the former Turbine, we tried to create a symbiosys between a techno event and an "anything goes" fetish club because these two, back then seperated scenes, had both caught our interest.(...)" More about the origins and the first 10 years of KitKatClub: Click the link!
Jede Menge Bilder von den Clubevents findet man in den Galerien und Archiven auf der Seite www.Mueller4you.de .
Das Online-Lexikon Wikipedia bietet Informationen über den Club nicht nur in deutscher Sprache an sondern auch in Englisch, Französisch und sogar in Persisch (was immer dort auch stehen mag!??). Siehe das dortige Kontext-Menü, in der linken Spalte. Dieser Link hier führt zum Eintrag in der englischen Wikipedia.
Intelligent und witzig, anrührend und erotisch. 'Shortbus' ist eine so selbstverständliche Synthese aus normalem Spielfilm und Pornographie, daß man sich über die üblichen Genreabgrenzungen nur noch wundern kann. Der YouTube-Trailer spiegelt das Wesen des Films aus Gründen der Zensur allerdings nur bedingt wider.
Eine große Ausstellung in Hamburg widmet sich dem innigen Verhältnis von Kunst und Kommerz. Im Zentrum der Schau stehen insbesondere die Werke und Vermarktungsstrategien von Keith Haring, Andy Warhol, Damien Hirst und Jeff Koons. Zu sehen in der Hamburger Kunsthalle bis zum 9. Mai 2010.
Nach dem letztjährigen großen Erfolg in München ist die Ausstellung 'Nude Visions' ins Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe weitergewandert. Sie präsentiert „150 Jahre Körperbilder in der Fotografie", beleuchtet unterschiedliche Motive, Techniken und Genres der Aktfotografie und bettet die gezeigten Objekte in den übergeordneten Kanon der Kulturgeschichte ein. Noch bis zum 25. April.
"Das Max Ernst Museum Brühl zeigt erstmals in einem deutschen Museum Kunstwerke des amerikanischen Kultregisseurs David Lynch. (...) In seinen verstörenden Bildern führt er den Betrachter in eine Welt, in der das Abgründige und Unerklärliche regiert. Dunkle, gedeckte Farben, Perspektiv- und Proportionsverschiebungen und die Kombination von Gegenständen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, zusammen im Bild jedoch eine neue Aussage ergeben, sind charakteristisch für das bildkünstlerische Werk von Lynch." Noch bis zum 21. März 2010.
Japan im 19. Jahrhundert: Der junge Maki Bunshiro will Samurai werden wie sein Vater. Als der jedoch wegen einer Intrige zum rituellen Selbstmord veurteilt wird, zerschlagen sich auch seine Lebensträume... "Fernab verbreiteter Samurai-Klischees erzählt der Film seine tragische Liebesgeschichte in poetischen, oft meditativen Bildern." (cinema.de) Weiterer Film aus der aktuellen Arte-Reihe "Japan - Im Reich der Samurai".
Eine kleine Fischerinsel im Süden Siziliens in den 80er-Jahren. Der Film beschreibt das Leben einer Dorfgemeinschaft und stellt dabei insbesondere die Familie des 13-jährigen Pasquales bzw. seine unkonventionelle Mutter in den Mittelpunkt... "Verankert in der Tradition des Neorealismus, erzählt der Film feinfühlig, verführerisch sinnlich, aber auch in nicht geschönter Härte vom Leben in einem Fischerdorf und der Seelenlandschaft einer Frau, die sich den Regeln einer isolierten Gemeinschaft nicht anpassen will." (Arte)
New Orleans nach dem Hurrikan Katrina: Der drogensüchtige und korrupte Polizist Terence McDonagh wird auf den Drogendealer Big Fate angesetzt. Dabei überschreitet er nicht nur die Grenzen der Legalität sondern driftet auch zunehmend ab in seinen persönlichen Wahn...Remake des Kult-Klassikers von Abel Ferrara aus dem Jahre 1992 und ungewöhnlicher Stoff für Regisseur Werner Herzog, der eben noch Jurypräsident auf der Berlinale gewesen ist. Der Filmemacher und ausgewiesene Autorenfilmer Herzog, der in der Vergangenheit durch Filme wie 'Aguirre, der Zorn Gottes', 'Fitzcarraldo' oder 'Cobra Verde' bzw. durch seine so produktive wie schwierige Zusammenarbeit mit Klaus Kinski bekannt und berühmt wurde, überrascht vor allem mit einer untypischen Genrewahl. Dabei kann er die Kritiker nur partiell überzeugen, denn während die einen Rezensenten bloß einen soliden Cop-Thriller sehen, der kaum an die abgründige und existentielle Tiefe des Originals heranreiche, gestehen andere ihm zumindest zu, daß er der Geschichte doch seinen eigenen Stempel habe aufgedrücken können. Hervorgehoben wird auch die Performance von Hauptdarsteller Nicolas Cage, der sein ausdrucksstarkes Gesicht zwar sonst vielen minderwertigen Hollywood-Produktionen leihe aber hier eine seiner besseren Leistungen abliefere.Durch die Verlagerung der Geschehnisse von New York ins verwüstete New Orleans wird die äußerliche Zerstörung zum etwas klischeehaften Symbol für den kulturellen und geistigen Niedergang, während sich im Original die Handlung noch vor dem äußerem Rahmen einer scheinbar funktionierenden Zivilisation entfaltete. Dies legte den Akzent stärker auf die seelisch-psychologischen Momente des Stoffes, wie sie sich auch im zerklüfteten Knautschgesicht von Abel Ferraras Hauptdarsteller Harvey Keitel kongenial widerspiegelten. Die Rückwendung nach Innen und virtuose Focussierung der subtileren psychologischen Spannungskonstellationen lässt sich auch in einem anderen und eher wenig beachteten Meisterwerk Ferraras studieren, in dem Madonna eine ihrer besten wenn nicht die beste schauspielerische Leistung zeigte. In 'Dangerous Game' (auch unter dem Titel 'Snake Eyes' veröffentlicht) von 1993 durchbrach er so das ambivalente Verhältnis von Schein und Sein, von konstruiertem Image und realer Persönlichkeit, indem die kunstvolle Verwandlung von seelisch-erotischen Leidenschaften und Obsessionen in ein flirrendes mediales Abziehbild eine kollektive Projektionsfläche hervorbringt, in der sich die Massen (nicht mehr) spiegeln können: die "Mother of Mirrors".
Originaltitel: Bad Lieutenant: Port of Call New OrleansRegie: Werner HerzogLänge: 122 (min)Darsteller: Nicolas Cage, Eva Mendes, Val Kilmer...Produktionsort: USAProduktionsjahr: 2009Startdatum: 25.02.2010
Filme mit schwullesbischen Stoffen und Motiven gehörten schon immer zur Tradition der Berlinale, selbst zu Zeiten, als Homosexualität noch starken gesellschaftlichen Anfeindungen oder sogar juristischen Sanktionen ausgesetzt war. Seit 1987 schon wird nun offiziell der Teddy Award verliehen, um den queeren Berlinale-Beiträgen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Teddy ist mit 3000 Euro dotiert und wird in drei Kategorien für den besten Spielfilm, den besten Dokumentarfilm und den besten Kurzfilm vergeben. Außerdem gibt es einen Special Teddy für die künstlerische Lebensleistung herausragender Persönlichkeiten. Diesen Ehren-Teddy erhält dieses Jahr der Filmemacher und Theaterregisseur Werner Schroeter.Aus der großen Fülle schwullesbischer Berlinale-Beiträge sei hier nur auf eine kleine Auswahl an Filmen hingewiesen. Im Wettbewerb laufen 'The Kids Are Alright' mit Julian Moore und Annette Bening als lesbisches Paar mit besonderen Erziehungsproblemen und das Biopic 'Howl' über den schwulen Dichter Allen Ginsberg. In der Panaroma-Abteilung sind u.a. die Komödie 'Mine vaganti' über die Probleme des Coming-out im heutigen Italien zu sehen, die Dokumentation 'Hazman Havarod (Gay Days)' zur jüngeren Geschichte der Gay-Rights-Movement in Israel oder das Drama 'L'arbre et la foret (Family Tree)' über ein Familienschicksal vor dem Hintergrund der Homosexuellenverfolgung in der Nazi-Zeit. Mit Spannung erwartet wird auch der vierte Teil aus der fucking different-Reihe, der diesmal das queere Leben in der brasilianischen Metropole Sao Paulo kaleidoskopartig ausbreitet. (Zu Teil 3, 'fucking different: Tel Aviv', siehe nebenstehenden DVD-Tip.) Die Zeremonie zur Verleihung des Teddy findet am 19. Februar statt, wird vom Fernsehsender Arte am Folgetag ausgestrahlt und Sonntag d. 21.2., 23 Uhr 30 vom RBB wiederholt. Das diesjährige Motto des Teddy Award stammt dagegen aus einem alten Song der Politanarcho-Rockband Ton Steine Scherben und lautet "Mein Name ist Mensch". Es verbindet sich damit eine Hommage an den 1996 verstorbenen Scherben-Sänger Rio Reiser, dessen wenig bekannte Homosexualität aktuell auch Gegenstand einer Ausstellung im Berliner Schwulen Museum ist, siehe unten, Ausstellungstips. Ein Klick auf den Titel führt u.a. zum Online-Auftritt der 'Siegessäule', dem schwullesbischen Berliner Stadtmagazin, das auch im KitKat ausliegt (gegenüber der Garderobe, wenn sie nicht schon vergriffen ist) und deren Februar-Ausgabe sich schwerpunktartig der Berlinale widmet. Darin findet man weitere Hinweise auf das queere Filmangebot, ein Interview mit dem Berlinale-Chef Dieter Kosslick, Porträts von Hanna Schygulla und Werner Schroeter, ein Bericht über den queeren Zuschauerpreis "Else" sowie ein Interview mit den beiden Produzenten des Teddy Award Elser Maxwell und Thomas Walz.
Die neue Großausstellung im Deutschen Historischen Museum untersucht das Verhältnis von Kunst und Macht und erläutert an exemplarischen Beispielen die Rolle der Kunst als Teil der Selbstinszenierung von Politik und Wirtschaft:"Stets hat sie ihren Platz an den Schaltzentralen der Macht. Sie schmückt die Personen, auf die sich die Aufmerksamkeit der Massenmedien richtet. Sie adelt die Sieger der Gesellschaft." (Ausstellungstext)Klassische wie moderne Kunst wird so zur Statusdemonstration der Mächtigen, die sich mit ihren künstlerischen oder ästhetischen Vorlieben auch von der Allgemeinheit abgrenzen. Die Ausstellung erläutert ihr Thema in insgesamt zehn Unterabteilungen, in denen sie beispielsweise auf die besondere Beziehung von Kunst und politischer Architektur eingeht, auf die Funktion moderner Kunst als Teil von Unternehmensstrategien oder in dem sie Gerhard Schröder als "Kanzler der Künstler" porträtiert. Breiteren Raum nehmen dabei auch historische Exkurse ein, etwa zur Bedeutung der Kunst im Nationalsozialismus oder im Kalten Krieg. Zu sehen sind allerdings nur wenige Originalarbeiten wie z.B. (ab März) der stürzende Adler von Georg Baselitz, der über dem Schreibtisch von Kanzler Schröder hing, während sich der Besucher in der Mehrzahl der Fälle mit fotographischen Dokumentationen begnügen muß.Unter den Linden 2, Hinter dem Zeughaus, 10117 Berlin. Täglich 10-18 Uhr. Eintritt 5,00 Euro.
Eine große Ausstellung in der Akademie der Künste gibt einen breiten Überblick zu Leben und Werk von Georg Grosz. Zu sehen sind 200 Skizzenbücher, Zeichnungen, Zeitschriften, Mappenwerke, Collagen, Fotografien und schriftliche Dokumente eines politischen Künstlers, der wie kein zweiter unser Bild von der Weimarer Republik geprägt hat aber in seinen späteren Arbeiten auch zum Kritiker des American Way of Life wurde. Formales Markenzeichen sind dabei seine zur grotesken Karikatur überzeichneten Figuren sowie sein virtuoser Umgang mit der Technik der Collage, die es ihm erlaubt, verblüffende und den Zeitgeist entlarvende Zusammenhänge herzustellen:"Dadaistische Montagen, Künstlerpostkarten sowie Bild- und Textcollagen verdeutlichen, wie konsequent George Grosz mit dem Prinzip der Montage Lebenswirklichkeiten verdichtet hat."Eine Serie von bislang weitgehend unbekannten Blättern von Jugendarbeiten lässt außerdem vertiefte Einblicke in seine künstlerische und geistige Entwicklung zu. Die Ausstellung wird mit einer Vielzahl offizieller und privater Foto-, Film- und Tondokumente abgerundet, die auch den Menschen hinter dem Künstler sichtbar werden lassen.Pariser Platz 4, 10117 Berlin. Di-So 11-20 Uhr. Eintritt 5,00 Euro, ermässigt 3,00.
Der 1929 in Österreich geborene Eric Kandel erhielt im Jahre 2000 den Nobelpreis für Medizin für seine Studien auf dem Gebiet der Neurowissenschaft. Sein Spezialgebiet war die jahrzehntelange Erforschung der Signalübertragungswege im Gehirn und dabei insbesondere der biologischen Mechanismen, die unserem Erinnerungsvermögen und dem Phänomen des Lernens zu Grunde liegen. Als Hauptstudienobjekt für diese Arbeit verwendete er dabei eine besondere Meeresschneckenart, die sogenannte "Aplysia californica", auch Kalifornischer Seehase genannt, da sich bei ihr die synaptischen Verbindungen und neuronalen Reaktionen besonders gut untersuchen lassen.Der jüdisch-stämmige Kandel musste 1939 nach dem Anschluß Österreichs durch die Nationalsozialisten mit seiner Familie in die USA emigrieren, wo er 1945 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Schon immer an allen Fragen interessiert, die sich mit dem menschlichen Bewußtsein beschäftigen, wollte er ursprünglich eigentlich Psychiater bzw. Psychoanalytiker werden. Durch verschiedene persönliche Umstände aber auch durch die grundlegende Einsicht, von der schon Sigmund Freud selbst ausging, daß sich alle geistigen Phänomene letztlich auch in der materiellen Struktur und Funktion des Gehirns niederschlagen müssen, wendete er sich aber schließlich der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung zu. Mit 'Auf der Suche nach dem Gedächtnis', das schon 2006 auf Deutsch erschienen ist, aber seit Sommer 2009 auch als preiswertes Taschenbuch vorliegt, erhalten wir somit eine lebendig geschriebene und nur gelegentlich etwas zu detaillierte Einführung in neuere Erkenntnisse der Hirnforschung aus erster Hand und damit in eines der wichtigsten Forschungsgebiete des 21. Jahrhunderts! Das Buch liest sich für den wissenschaftlichen Laien vor allem deswegen mit Gewinn, da es eine unterhaltsame Mischung aus persönlicher Biographie und populärem Wissenschaftssachbuch darstellt, so als ob Kandel seine zentralen Forschungsfelder "Gedächtnis" und "Erinnerung" auch auf die Stationen seines persönlichen Lebensweges anwenden wollte. Dabei zeigt er eine ganze Menge Humor und Wiener Schmäh, wie man anlässlich seines letztjährigen Talk Show-Auftritts bei 'Beckmann' (zusammen mit Tina Turner) aber auch im gleichnamigen dokumentarischen Filmporträt über "den Rockstar der Neurowissenschaften" studieren konnte, das letzten Sommer in den Kinos lief.Professor Kandel hat sich seine Wertschätzung für die Psychoanalyse immer bewahrt, deren Kerneinsichten durch die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung schon seit längerem ein unerwartetes wenngleich modifiziertes comeback erleben, und so ist denn auch ein diesbezügliches Kapitel gegen Ende des Buches von besonderem Interesse. Mit Kandels Arbeiten liegt ein leider seltener Glücksfall von echter Interdisziplinarität vor, hier zwischen naturwissenschaftlicher Medizin und psychoanalytischer Theoriebildung, wobei allerdings sein wissenschaftliches Hauptinteresse an Fragen des Gedächtnisses naturgemäss einen mehr kognitiven Schwerpunkt aufweist, während das ganze Gebiet der Emotionen und insbesondere der Sexualität noch wenig Beachtung findet. Wie lange wird es wohl noch dauern, bis aber auch das theoretische Kernstück der klassischen Psychoanalyse eine neurobiologische (oder vielleicht auch evolutionspsychologische) Rehabilitierung erfährt?Goldmann-Verlag, Taschenbuch, 528 Seiten, Juli 2009, 10,95 Euro.
Telefonzelle - Missionarsstellung - Taschenrechner - Eisblumen - Cowboys - Klosteine - Kaugummiautomaten - Compact-Cassette - Eumel und Gilb - Friedensbewegung - Glühbirne - Helden - Schreibmaschine - Kavalier - Trimm-Dich-Pfad - Mehrheit, absolute... ... ...Es gibt Sorten von Büchern, die liest man am besten nicht kontinuierlich von vorne nach hinten sondern nur ausschnittsweise, nach selbstgewählter Reihenfolge und spontanem Interesse. Zu solchen Büchern gehört naturgemäss die Gattung der Lexika, wozu auch jene zählen, die die formale lexikalische Strenge nur zu Zwecken der unterhaltsamen Belehrung imitieren und simulieren. Ein solches Buch ist auch 'Das Lexikon der verschwundenen Dinge' der beiden populären Berliner Radiomoderatoren Robert Skuppin und Volker Wieprecht, die in teils ernsthaftem aber überwiegend doch ironischem Ton dem Verschwinden von Alltagsgegenständen hinterher spüren. Dabei gelangen sie zu mehr oder weniger amüsanten Einsichten über die Vergänglichkeit von konkreten Dingen, aber auch das Verschwinden oder Verblassen von Einstellungen, Haltungen, sozialen oder kulturellen Moden gerät in den Blickpunkt ihrer „Aufmerksamkeit" (die selbst vom Aussterben bedroht sei). Einerseits macht dabei allein schon die Aufnahme in ihr Buch bewußt, daß das ein oder andere Ding bzw. die ein oder andere Gewohnheit tatsächlich weitgehend aus dem kollektiven Gebrauch geraten ist, andererseits halten sie mit ihren Betrachtungen der Gegenwart auch einen Spiegel vor, in dem sie aktuellere Phänomene und Prioritäten indirekt stärker ins Bewußtsein heben.So witzig und erhellend sich einzelne Abschnitte auch lesen, die nur gelegentlich ins konventionelle oder platte abdriften, kann das ganze seinen grundsätzlich nostalgischen Anstrich allerdings nicht verbergen. Mit dem Aufspiessen des Alterns und Verschwindens äußerer Objekte und Verhältnisse soll letztlich der Verlust der Jugend und damit das eigene Älterwerden ironisierend entschärft werden, denn unter R wie „Radiomoderatoren" fehlt natürlich ein Eintrag darüber, daß auch die klassische Radiokultur mit ihren Sendeformaten, Musikreservaten und Moderatorenstars angesichts der explosionsartigen Fülle der neuen Medienwelt tendenziell eine aussterbende Spezies darstellt.Man schmökert in diesem Buch z.B. auf Reisen, im Bahnhofsbuchhandel oder auf der Suche nach einem passenden Geschenk. Hier besonders zur Lektüre empfohlen seien die Stichworte Popper - Ehre - Sexbombe - Haare - Hi-Fi.Rowohlt-Verlag Berlin, Mai 2009, 288 Seiten, 17,90 Euro.
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Netzware von Andreas Wittich